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VICKY

August 2008

Vicky wurde Zeit ihres Lebens an einer Kette gehalten. Und zwar an einer Kette, mit der man auch einen Bullen festbinden könnte. Zu allem Unglück kam ihr Besitzer ins Krankenhaus und Vicky blieb unversorgt zurück. Nach Wochen des Hungerns und ohne Wasserversorgung holten wir sie im August 2008 aus Ungarn zu uns. Zu diesem Zeitpunkt brachte diese ausgewachsene ca. vierjährige Neufundländerhündin gerade mal 18 kg auf die Waage. 

Total geschwächt konnte sie weder stehen noch gehen. Mühevoll wurde sie von uns im zwei Stunden Takt mit wenigen Kaffelöffeln Futter aufgepäppelt. Nach genau drei Hühnerherzen war sie satt. Sie schlief sehr viel und tankte nach und nach Energie. Wir bekamen eine Schwimmweste für Hunde geschenkt, mit der Vicky in unserem Teich ihre Muskeln trainierte. Ohne Schwimmweste hätte sie nicht die Kraft gehabt zu schwimmen. Vicky behielt trotz ihres harten Schicksals ihre liebenswürdige und freundliche Art.
Für jede sanfte Berührung war sie dankbar und zeigte dies ganz deutlich. Nach nur vier Wochen konnte unser Sorgenkind zu einer Traumfamilie vermittelt werden. Von einem stolzen Rüden wurde sie freundlichst empfangen, der ihr bereitwillig seine Spielsachen zur Verfügung stellte. Vicky hatte es geschafft.
Leider konnte Vicky ihr Glück nicht lange mit ihrer Familie genießen. Ein extrem aggressiver Krebs hatte ihren gesamten Körper befallen. Trotz negativen Blutbefundes im August, stand es im Oktober so schlimm um sie, dass ihr nicht mehr geholfen werden konnte. Der Krebs schlummerte wohl in ihrem unterernährten Körper. Als es ihr wieder gut ging, schlug er im vollen Umfang zu. Als wir davon erfuhren, waren wir geschockt und sprachlos. So sehr hätten wir es uns gewünscht, dass "unser armes Mädchen" ein schönes langes Leben mit ihrer Familie verbringen darf.