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Leben mit Notneufis

 

Trauma, aber kein Drama

Wenn Sie sich für einen Nothund entscheiden, können Sie stolz auf sich sein. Die Wahl für einen Nothund, der im besten Fall "nur" sein Zuhause verloren hat, im schlimmsten aber mit Gewalt, Angst, Entbehrung lebensnotwendiger Anforderungen und Brutalität gepeinigt wurde, erfordert Geduld, Einfühlungsvermögen und unendlich viel Liebe. Wie viel manche unserer Notneufis erleiden mussten, lässt sich anhand ihrer Angst, ihrer tiefen Traurigkeit und ihres Mißtrauens nur erahnen. Sie sollten sich verinnerlichen, dass Sie sich mit einem Notneufi oft keinen Hund ins Haus holen, der sich Ihrem Alltag sofort problemlos anpassen kann. Um ihn einzugliedern, mit ihm eine schöne Mensch- Hund-Beziehung leben zu können, müssen Sie zunächst sein Vertrauen gewinnen. Und das gestaltet sich je nach vorherigem Leid mitunter langwierig. Erst dann ist es Ihnen möglich ihn an all das heran zu führen, das Ihnen wichtig ist und das Sie von ihm erwarten. Manchmal scheint es, als ob unsere Notneufis im neuen Zuhause neu geboren werden und sehr schnell ihre Verletzungen vergessen. In anderen Fällen bedarf es aber sehr geduldiger und verständnisvoller Menschen, die nicht mehr verlangen, als die Hunde geben können. Wenn man diese Hürden überwindet, werden Sie einen treuen Freund gewinnen, der mit ihnen durch dick und dünn geht.

Ankunft im neuen Heim - Eingewöhnen

Üblicherweise werden unsere Notfä(e)lle von uns "vorgetestet" und auf verschiedene Verhaltensmuster geprüft. Oftmals kommt es jedoch vor, dass wir nichts über das Vorleben unserer Vermittlungshunde in Erfahrung bringen können. Manche Hunde, werden gefunden und in Tierheimen oder Tötungsstationen (welche es nur im benachbarten Ausland gibt) abgegeben. In solchen Fällen erkennen wir jedoch trotz größter Bemühungen nicht immer bestimmte Eigenheiten. So z.B. eine Hündin, die panische Angst beim Ablegen des Gürtels hatte; eine andere konnte nicht aus einer Schüssel fressen, sie hat es nie gelernt und bekam ihr Futter zugeworfen. 
Zu 99% sind unsere Vergabehunde freundlich und verträglich. Da wir selbst Katzen und Kleintiere haben, können wir auch die Verträglichkeit unserer jeweiligen Notneufis mit Kleintieren einschätzen. 

Was ist uns wichtig?

Uns ist wichtig, dass Ihre Entscheidung für einen Notneufi auf Überzeugung und nicht auf Mitleid beruht. Beim Anblick von geschundenen, oder heimatlosen Tieren wird jeder tierliebe Mensch verleitet Herz und Tür zu öffnen. Das ist grundsätzlich eine gute Eigenschaft. Dennoch wünschen wir uns Notneufi- Interessenten, die nicht ausschließlich von Mitlied geleitet werden, sondern sich ganz bewusst für einen Neufundländer in Not entscheiden.

Neufi und Familie

Der Neufundländer möchte ein Familienmitglied sein, so wie jeder Hund. Er liebt und braucht es mitten im Familientrubel zu stehen. Ebenso, wie er auch seine Ruhephasen braucht und Rückzugsmöglichkeit. Der Neufundländer ist sehr kinderlieb, darf aber nicht für die Unterhaltung von Kindern mißbraucht werden. Hunde sind keine Nannys. Der Neufundländer schon gar nicht. Er möchte mit Ihnen in Urlaub fahren, bei Ihren Füssen liegen, wenn Sie fernsehen und er möchte auch bei Familienfesten dabei sein dürfen. Er ist ein vollwertiges Familienmitglied und sollte auch so behandelt werden. Dann ist der Neufundländer glücklich. Den Alltag mit einem unserer Vermittlungshunde bestimmen sie selbst. Gewisse Dinge müssen jedoch gegeben sein. Selbstverständlich lehnen wir Zwingerhaltung strikt ab.

Erziehung und Beschäftigung

Nur weil des Neufundländers Wesen gemütlich und friedlich ist, bedeutet das nicht, dass er mental nicht gefordert werden möchte. Er möchte genauso beschäftigt werden und arbeiten, wie jeder andere Hund. In wie weit er für den Hundesport tauglich ist, hängt vom jeweiligen Typus des Hundes ab. Ausgeschlossen ist aber nichts. Auch sollte man ihm ein gewisses Maß an Erziehung angedeihen lassen. Bis ins hohe Alter kann ein Hund lernen, wenn man die nötige Geduld aufbringt. Unsere Neufis sind keine Fliegengewichter. Es ist wichtig ihr Gewicht und ihre Kraft mit Liebe und Konsequenz zu leiten und zu kontrollieren. Ein für den Hund schmerzhaftes Ziehen an der Leine oder gar massivere Maßnahmen können eine entglittene Situation nicht retten. Der Neufundländer wird Ihnen kräftemäßig immer überlegen sein. Daher ist das ständige Training und Pflegen von Vertrauen und Aufmerksamkeit von enormer Bedeutung.

Nachbetreuung

Wir sind bestrebt Ihnen und Ihrem Notneufi einen guten Start und in weiterer Folge ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen. Es ist uns ein großen Anliegen Sie zu unterstützen und bei Fragen, oder Problemen zur Seite zu stehen. Sie können sich unserer Unterstützung sicher sein. Auf diese Weise sind bereits einige Freundschaften zwischen uns und den neuen Notneufibesitzer gekommen, worüber wir uns sehr freuen.

 

Letztlich sei erwähnt, dass ein Hund ein Lebewesen ist, das wie wir alle gute und schlechte Eigenschaften hat. Es liegt an uns auch mit seinen wenig erfreulichen Eigenheiten zu leben. Wir haben uns das Tier ausgesucht und nicht umgekehrt.